Der Harger und Pettemerpolder ist ein einzigartiger Polder und gehört zu den ältesten Kulturlandschaften der Niederlande. Heute ist ein großer Teil des Gebiets als Naturschutzgebiet eingerichtet, mit dem Vogelparadies De Putten als strahlendem Mittelpunkt.
De Putten ist ein Paradies für Naturliebhaber und der Mittelpunkt des Harger und Pettemerpolders.
Die offene Polderlandschaft wird durch eine jahrhundertealte Mühle und charakteristische monumentale Haubargbauernhöfe geprägt. Außerdem hat auch der Zweite Weltkrieg bleibende Spuren in Form besonderer Bunker und robuster Drachenzähne hinterlassen.
Der Harger und Pettemerpolder liegt zwischen Camperduin und Petten. An der Südseite grenzt der Polder an Camperduin. Die westliche Begrenzung bildet die Hondsbossche Zeewering. Im Norden wird der Polder durch den Oude Schoorlse Zeedijk begrenzt und an der Ostseite durch den Hondsbossche Slaperdijk.

Im Norden wird der Polder durch den Oude Schoorlse Zeedijk begrenzt.
Der Harger und Pettemerpolder umfasst eine Fläche von 74 Hektar und wird von Natuurmonumenten als Naturschutzgebiet verwaltet.

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Die Entstehungsgeschichte des Harger und Pettemerpolders reicht bis ins Mittelalter zurück. Ursprünglich war das Gebiet eine ausgedehnte, sumpfige Moorlandschaft, die hinter einer natürlichen Dünenreihe lag.
Ab dem 10. Jahrhundert wurde das Gebiet systematisch von den Mönchen der Abtei von Egmond urbar gemacht. Diese Mönche legten die ersten kleinen Deiche und Gräben an, um das Land für Landwirtschaft und Viehzucht nutzbar zu machen.
Das Besondere am Harger und Pettemerpolder ist, dass das charakteristische Parzellenmuster aus schmalen Grundstücken und kleinen Gräben seit dem Mittelalter nahezu unverändert geblieben ist. Dadurch gilt das Gebiet als eine der ältesten Kulturlandschaften der Niederlande.
Der Harger und Pettemerpolder.
Der Kampf gegen die vordringende See im Harger und Pettemerpolder war jedoch ständig präsent. Durch schwere Sturmfluten zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert verlagerte sich die Küstenlinie immer weiter landeinwärts, wodurch der Bau der Hondsbossche Zeewering notwendig wurde.
Im Laufe der Jahrhunderte wurde immer mehr Ton benötigt, um diese Seedeichanlage gegen die Gewalt der Nordsee zu verstärken. Dieser Ton wurde direkt aus dem Polder abgegraben, wodurch die markanten brackigen Wasserflächen entstanden, die heute als De Putten bekannt sind.
De Putten liegt im Westen des Harger und Pettemerpolders, parallel zur Hondsbossche Zeewering. Das Gebiet ist ein wahres Paradies für Vögel und Vogelliebhaber. Speziell für Vogelbeobachter wurde eine Vogelbeobachtungshütte aufgestellt, von der aus die Vögel ungestört beobachtet werden können.
Auf diesem Foto können Sie gut sehen, wie schön De Putten liegt.
De Putten wurde 2015 mit drei großen und mehreren kleineren Muschelinseln bereichert, die speziell angelegt wurden, um Strandbrütern bessere Lebens und Brutplätze zu bieten. Diese Küstenvögel stehen in den Niederlanden unter Druck, weil sie an beliebten Stränden regelmäßig durch Erholungssuchende und andere menschliche Aktivitäten gestört werden. Die neuen Inseln geben ihnen die Möglichkeit, in aller Ruhe zu nisten, ganz in der Nähe der Nordsee, wo sie ihre wichtigste Nahrung finden. Mehr Infos zu De Putten
De Putten.
Die Zusammensetzung der Vogelwelt im Harger und Pettemerpolder verändert sich je nach Jahreszeit stark. Dadurch ist das Gebiet das ganze Jahr über von großer Bedeutung als Brutgebiet, Rastplatz und Winterquartier.
Im Frühjahr kehren zahlreiche Küsten und Wiesenvögel aus dem Süden zurück, um zu brüten. Uferschnepfen, Kiebitze und Rotschenkel füllen die Wiesen mit Balzflügen und warnenden Rufen. Entlang der Gräben suchen Löffler und Seidenreiher nach Nahrung, während Röhrichte brütenden Teichrohrsängern Schutz bieten. Über dem offenen Grasland jagt die Rohrweihe niedrig und schwebend.

Diese Lachmöwe fühlt sich hier sichtlich wohl.
Im Sommer bleiben die Brutvögel im Gebiet und der Harger und Pettemerpolder verwandelt sich in einen lebendigen Futterplatz, an dem junge Vögel das Jagen lernen und nach Nahrung suchen. Gleichzeitig ist dies die Zeit, in der der Polder viele Vogelbeobachter anzieht. Mit Teleobjektiven im Anschlag versuchen sie, möglichst viele Vogelarten festzuhalten und zu beobachten.
Mit dem nahenden Herbst entwickelt sich der Polder zu einem wichtigen Knotenpunkt für Zugvögel, die entlang der Küste südwärts ziehen. Die Umgebung von Petten gehört dann zu den beliebtesten Vogelgebieten der Niederlande, dank des Zusammentreffens unterschiedlicher Biotope.
Gänse und Enten.
Im Winter ist der Harger und Pettemerpolder für die enormen Mengen überwinternder Gänse bekannt. Tausende Weißwangengänse und Blässgänse lassen sich hier nieder, außerdem ist das Gebiet ein fester Aufenthaltsort für die sehr seltene Zwerggans.
Wenn Sie durch den Harger und Pettemerpolder wandern oder radeln, begegnen Sie verschiedenen Haubargbauernhöfen. Diese ikonischen Bauernhöfe sind untrennbar mit der nordholländischen Landschaft verbunden. Das auffälligste Merkmal ist das pyramidenförmige Dach, dem der Bauernhof seinen Namen verdankt. Die Form erinnert an eine gläserne Haube oder einen Deckel.
Schöner Haubargbauernhof im Harger und Pettemerpolder.
An der Form des Schornsteins konnte man früher ablesen, wie wohlhabend der Eigentümer war. Ein runder Schornstein deutete auf Reichtum hin, ein eckiger auf weniger Wohlstand. Ich merke selbst, dass mein Blick automatisch zuerst zum Schornstein wandert, sobald ich einen Haubargbauernhof sehe!
Beim Streifen durch den Harger und Pettemerpolder begegnen Ihnen mehrere Bosman Mühlen. Diese kleinen Poldermühlen aus verzinktem Stahl prägen seit 1929 das charakteristische Bild der niederländischen Polderlandschaft. Rund um die Bosman Mühlen im Harger und Pettemerpolder wurden Holzzäune angebracht, damit sich Vieh wie Pferde, Kühe und Schafe nicht an den ikonischen Mühlen verletzt.
Bosman Mühle.
Neben den charakteristischen Bosman Mühlen ist die monumentale Hargermolen ein markantes Wahrzeichen im Harger und Pettemerpolder. Diese achteckige Binnenkruier Mühle wurde 1804 zur Entwässerung des Polders gebaut. Nachdem ein Brand die Mühle 1934 weitgehend zerstört hatte, wurde sie schnell wieder aufgebaut. Dabei wurden Teile einer andernorts abgebrochenen Mühle wiederverwendet.
Die Hargermolen.
Die Hargermolen ist noch immer vollständig mahlfähig. Dank des Einsatzes freiwilliger Müller drehen sich die Flügel bei günstigem Wind noch regelmäßig, wodurch dieses historische Handwerk für die Öffentlichkeit lebendig gehalten wird. Mehr Infos zur Hargermolen
Im Harger und Pettemerpolder sind noch Spuren des Zweiten Weltkriegs sichtbar, vor allem im Norden des Polders. Dort steht eine Gruppe besonderer Bunker, die zusammen als Electra Sonne Petten bekannt sind. Dies war eine von den Deutschen gebaute Langstreckennavigationsstation, die für die Navigation von Flugzeugen, Schiffen und U Booten genutzt wurde.
Bunker im Polder.
Entlang der europäischen Küste entstanden etwa zehn dieser Peilstationen, von denen sich das niederländische Exemplar hier im Harger und Pettemerpolder bei Petten befand. Heute ist Electra Sonne Petten nicht mehr bemannt, und in den umliegenden Wiesen grasen ruhig Schafe. Mehr Infos zu den Bunkern
Im Süden des Harger und Pettemerpolders, nahe dem Dorf Camperduin, hinterließ die deutsche Besatzungsmacht ebenfalls Spuren in Form sogenannter Drachenzähne. In der Landschaft stehen Dutzende Betonpyramiden. Diese Drachenzähne sollten verhindern, dass Panzer und andere Fahrzeuge der Alliierten vorrücken konnten.
Drachenzähne bei Camperduin.
Sie können den Harger und Pettemerpolder auf eigene Faust entdecken, aber Sie können auch einer der Wanderrouten folgen. An vier verschiedenen Startpunkten beginnen ausgeschilderte Routen, die ganz oder teilweise durch den Harger und Pettemerpolder führen.
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